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Ein vielfältiger Blickfang

Interview mit Sam Geissbühler, Produktmanager Schaerer AG. 

Neues Design, neue Benutzeroberfläche, neue Ausstattungsoptionen – die jetzt gelaunchte Schaerer Coffee Soul mit „Select“-Konzept ist die Weiterentwicklung der 2017 erfolgreich eingeführten Schaerer Coffee Soul. Im Gespräch lässt uns Produktmanager Sam Geissbühler hinter die Kulissen des Entwicklungsprozesses blicken.

"Es war uns wichtig, dass die neue Schaerer Coffee Soul auffällt, sozusagen zum Blickfang wird. […] Jeder Kunde kann die Maschine dann so anpassen, dass sie sich optimal in das Ambiente seines Geschäfts einfügt."

Sam Geissbühler

Wann startete die Entwicklung zur Schaerer Coffee Soul – dem Vorgängermodell der jetzt gelaunchten Schaerer Coffee Soul mit „Select“-Konzept?

Bereits 2012 wurde das Projekt von uns in Angriff genommen. Das Ziel war es, eine Nachfolgerin der seit vielen Jahren erfolgreich im Markt etablierten Schaerer Coffee Art zu entwickeln und diese letztendlich irgendwann damit abzulösen. Im Fokus unserer Arbeit stand ein Konzept für eine einheitliche Maschinenplattform. Diese sollte von Beginn an alles mitbringen, um darauf aufbauend Modellvarianten für drei Leistungsstufen zu entwickeln. Die „Basic“-Variante war, wie der Name schon sagt, als Standardmodell gedacht. „Large“ richtete sich an Kunden mit höherer Getränkenachfrage von über 250 Tassen pro Tag. Die „High End“-Version schliesslich sollte hochgradig automatisiert und in der Lage sein, sich selbstständig zu konfigurieren. Solche Ideen zeigen, wie sehr zu diesem Zeitpunkt bereits in die Zukunft gedacht wurde – auch wenn sich manches noch nicht umsetzen liess.

2015 wurde die Schaerer Coffee Soul in der „Basic“-Variante im Rahmen der HOST in Mailand dann erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Da wir uns – nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Kundenfeedbacks – dafür entschieden, die „Best Foam“-Technologie mit zu integrieren, dauerte es noch etwa eineinhalb Jahre bis zur tatsächlichen Markteinführung im März 2017.

Wie verlief die Zeit nach der Markteinführung? Wurden alle Erwartungen an die neue Maschine erfüllt?

Nach dem Launch war die Maschine besonders in den asiatischen Märkten sehr erfolgreich. Einige unserer Schlüsselkunden in dieser Region bestellten direkt grosse Stückzahlen und bis Ende 2019 konnten wir so schon etwa 20.000 Modelle verkaufen. Für einen Vollautomaten, der zu diesem Zeitpunkt noch keine drei Jahre erhältlich war, ist das ein hervorragender Wert. Uns hat das aber nicht überrascht, da die Vorteile der Schaerer Coffee Soul auf der Hand liegen: Sie ist kompakter als die Schaerer Coffee Art, bietet eine vergleichbare Leistung und kostet dabei sogar weniger. Da wir jedoch besonders im Flächenvertrieb das Potential der Maschine noch nicht voll ausgenutzt sahen, sammelten wir viel Feedback von Kunden und Partnern. Eine der häufigsten Rückmeldungen war der Wunsch nach mehr Customizing-Optionen, um die Maschinen mit geringem finanziellem Aufwand individueller gestalten zu können. Zudem ergaben die Feedbacks, dass der Touchscreen überarbeitete werden sollte – die Benutzeroberfläche, ähnlich wie die Maschine selbst, war sehr dunkel gehalten. Von einigen unserer Kunden wurde dies zwar positiv als elegant wahrgenommen, viele wünschten sich jedoch etwas farbenfroheres.

Diese Rückmeldungen aus dem Markt veranlassten uns, die Schaerer Coffee Soul letztendlich schon drei Jahre nach ihrer Markteinführung umfassend weiterzuentwickeln. Wir sprechen deshalb von einer Weiter- statt von einer Neuentwicklung, da sich die eingangs beschriebene Plattform in den vergangenen Jahren im intensiven Feldeinsatz bewährt hat und somit auch weiterhin das Herzstück der Maschine ist. In Hinblick auf das Design, das Display sowie auf die technischen und optischen Individualisierungsmöglichkeiten haben wir die Schaerer Coffee Soul jedoch komplett neu gedacht.

Welches Konzept wurde mit dem neuen Design verfolgt?

Es war uns wichtig, dass die neue Schaerer Coffee Soul auffällt, sozusagen zum Blickfang wird. Dazu wurden wir insbesondere von den Anforderungen im Bereich Selbstbedienung inspiriert. In Tankstellen oder Convenience-Stores stehen die Maschinen häufig zwischen vollen, bunten Regalen und grellen Schildern – markantes Design ist hier wichtig, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Aus diesem Grund entschieden wir uns etwa für eine asymmetrische Gestaltung. Von der Beleuchtung über das nicht zentrierte Display bis zu den prägnanten Designelementen fügt sich alles in dieses Konzept. Letztere stechen zudem durch ihre satten Farben hervor. Während die Teile bei der Schaerer Coffee Soul 10 aktuell in Rot erhältlich sind, glänzen sie bei der Schaerer Coffee Soul 12 in edler Kupfer-Optik. Im kommenden Jahr werden zudem optional Varianten in Pastellgrün, Braun und Schwarz erhältlich sein. Jeder Kunde kann die Maschine dann so anpassen, dass sie sich optimal in das Ambiente seines Geschäfts einfügt. In Sachen User Interface entschieden wir uns ebenfalls für ein helleres Re-Design.

Mit den LED-Beleuchtungselementen konnten wir ausserdem eine weitere Gestaltungsidee umsetzen, die uns schon lange beschäftigt. Bereits 2004 experimentierten wir bei der Schaerer Coffee Celebration mit einem Beleuchtungskonzept und einer individuellen, farbigen Verschalung. In dieser Hinsicht war die Maschine ihrer Zeit eindeutig voraus. Auch im Entwicklungsprozess der ursprünglichen Schaerer Coffee Soul kam der Gedanke wieder auf, wurde jedoch aus Kostengründen zunächst nicht weiterverfolgt. Das Kunden-Feedback machte uns aber deutlich, dass es eine grosse Nachfrage gibt und zunehmend wirtschaftlichere Produktionsprozesse liessen den Preis für LEDs in den letzten Jahren rapide sinken. Als die Maschine nun neugestaltet wurde, waren Beleuchtungselemente schliesslich ein Muss.

Lassen sich die unterschiedlichen Farben und Maschinen-Modelle frei kombinieren?

Ja, das ist ganz im Sinne unseres „Mix & Match“-Prinzips möglich. Der Slogan „Mix your options & Match your style“ steht dafür, dass sich das Äussere sehr frei an die individuellen Vorstellungen anpassen lässt. Neben den Designelementen betrifft das besonders die sogenannte „Splash-Zone“ am Auslauf, die in verschiedenen Materialien erhältlich ist, und das in zwei unterschiedlichen Grössen angebotene Display. Ob ein Kunde sich für den 10,4 Zoll- oder den 12,1 Zoll-Screen entscheidet, hängt jedoch nicht ausschliesslich von den optischen Präferenzen ab. Die grössere Variante richtet sich klar an den Selbstbedienungsbereich. Hier ist es wichtig, das User Interface klar erkennbar darzustellen und gegebenenfalls Videos einzublenden. Wird die Maschine hingegen von geschultem Personal bedient, ist dies nicht nötig – der kleinere, nicht videofähige Bildschirm genügt.

Das „Mix & Match“-Prinzip beinhaltet mit „Mix your Options“ auch den Gedanken von technischer Flexibilität. Was hat sich hier mit der neuen Schaerer Coffee Soul im Vergleich zum Vorgänger-Modell geändert?

Die erste Schaerer Coffee Soul bot den Kunden bereits viele technische Individualisierungsmöglichkeiten. Unter anderem konnte die Anzahl der Bohnenbehälter variiert oder das „Hot & Cold“-System für kalte Kaffeespezialitäten integriert werden. All das ist selbstverständlich weiterhin möglich. Die neue Schaerer Coffee Soul wartet jedoch dank des „Select“-Konzepts mit weiteren Möglichkeiten auf. Beispielsweise kann durch eine optionale dritte Mühle sowie die innovative „Twin Milk“-Technologie jetzt eine noch breitere Auswahl an Getränken angeboten werden. Dazu kommt – und das ist es letztendlich, was dieses Konzept so einzigartig macht – dass die technische Ausstattung und das Design unabhängig voneinander kombiniert werden können. Ebenfalls ein neues Feature ist der automatisch höhenverstellbare Auslauf. Dieser garantiert, dass das Getränk ohne Spritzer und maximal hygienisch in Tasse, Becher und Glas landet.

Sie erwähnten eben die „Twin Milk“-Technologie. Was hat es damit auf sich?

Dank der „Twin Milk“-Technologie können in einer Maschine Kaffeespezialitäten mit zwei verschiedenen Milchsorten angeboten werden. Die entsprechenden Getränke werden einfach in der Maschinensoftware hinterlegt und per Touch auf das Display vollautomatisch zubereitet. Diese Option anbieten zu können, ist für uns in doppelter Hinsicht wichtig: Einerseits gibt es in einigen Märkten, etwa Australien, grosse Nachfrage nach fettreduzierter Milch sowie nach Vollmilch. Global lässt sich wiederum der Trend zu pflanzenbasierten Milch-Alternativen beobachten – auch solche Produkte stellen für unser Milchsystem kein Problem dar, wir empfehlen allerdings bestimmte Hersteller für ein optimales Ergebnis. Übrigens: Auch bei anderen Ausstattungstechnologien ist es interessant für uns zu sehen, dass sie besonders erfolgreich in bestimmten Märkten und Branchen sind. Die „Hot & Cold“-Technologie ist etwa in Asien äusserst gefragt, kalte Kaffeespezialitäten sind hier ein riesiges Thema. Doch wir sind überzeugt, dass dieser Trend auch in Europa immer relevanter wird. Zukünftig werden zudem weitere technische Ausstattungsoptionen für die neue Schaerer Coffee Soul hinzukommen, darauf darf man gespannt sein. Schon nächstes Jahr wird beispielsweise ein Modul für Mobile Payment verfügbar sein, über welches sich diverse Zahlungsanbieter einbinden lassen.

Vorhin wurde bereits das Thema User Interface angesprochen: Welche Veränderungen gab es hier konkret? Sind diese nur optisch oder auch funktional?

Wie bereits erwähnt, war uns die Optik besonders wichtig. Unser altes User Interface war sehr dunkel, was allgemein häufig in der Branche vorkommt. Davon wollten wir uns ganz bewusst abheben, mit hellen, farbigen Elementen. Das neue Display gibt uns durch die höhere Auflösung, Farbbrillanz und die Möglichkeit, Videos abzuspielen dafür deutlich grösseren Spielraum. Auf Software-Seite hat sich ebenfalls einiges geändert. Neue Grafiken einzubinden ist so einfach wie nie zuvor, optische Anpassungen lassen sich sehr effizient umsetzen. Das erlaubt uns auch erstmals, Kunden unkompliziert und preiswert eine individuelle Benutzeroberfläche zur Verfügung zu stellen. Bei unserem letzten Messeauftritt, auf dem wir das neue User Interface präsentierten, bekamen wir dementsprechend sehr positives Feedback.

Neben der Optik hatten wir einen klaren Fokus, was die Benutzerführung angeht: Sie sollte sich an den drei typischen Anwendungsbereichen „klassische Selbstbedienung“, „regelmässige Nutzer“ und „Bedienung durch Personal“ orientieren. Im Gäste-Modus muss auch ein Kunde, der zum ersten Mal die Maschine nutzt, sofort zurechtkommen. Bei der Bedienung des Touchscreens wird er Schritt für Schritt durch die Zusammenstellung seines Wunschgetränks geleitet. Die Auswahl hängt dabei natürlich von der Ausstattung der Maschine ab. Ausserdem können Kunden über Bild- und Video-Einblendungen direkt über bestimmte Produkte oder Aktionen informiert werden. Für Maschinen hingegen, die immer von den gleichen Personen genutzt wird – etwa in einer Büroküche – haben wir den Favoriten-Modus aufgelegt. In diesem können einzelne Lieblingsgetränke hinterlegt und schnell wieder aufgerufen werden. Nach der Auswahl lassen sich trotzdem noch unkompliziert Anpassungen vornehmen. So bekommt jeder schnell und simpel exakt was er möchte. Ein dedizierter Personal-Modus ist zuletzt auf maximale Effizienz bei der Bedienung durch geschulte Mitarbeiter ausgelegt. Voreingestellte Getränke können hier besonders einfach variiert und sofort zubereitet werden. Über eine interne Warteliste lassen sich zudem mehrere Bestellungen vormerken, wodurch Getränke fast ohne Unterbrechung ausgegeben werden können. Auch bei hohem Gästeaufkommen erhält so jeder zügig seinen Kaffee.

Lässt sich schon einschätzen, was die beliebtesten Konfigurationen der neun Schaerer Coffee Soul sein werden?

Man muss hierbei sicher zwischen verschiedenen Aspekten unterscheiden. Zwischen den beiden grundlegenden Modellen, der Schaerer Coffee Soul 10 und 12, kann man von einer Verteilung von einem Drittel zu zwei Dritteln ausgehen. Da Tankstellen und Convenience-Stores für uns immer wichtiger werden und damit die Nachfrage nach Selbstbedienungs-Maschinen steigt, wird die Variante mit 12,1 Zoll-Display sicher stärker nachgefragt werden. Allerdings kostet diese Maschine mehr, was bei bestimmten Marktentwicklungen durchaus dazu führen könnte, dass Kunden eher die kleinere Version anschaffen. Rein qualitativ und technisch müssen sie hierbei ja keine Abstriche machen.

Im Bezug auf das Design und die technische Ausstattung sind Prognosen deutlich schwieriger. Bei den Farben bekommen wir bereits jetzt sehr gute Rückmeldungen für die schwarzen Zierelemente, die bald auf den Markt kommen werden. Auch wenn viele Kunden sehr interessiert an den farbenfrohen Optionen sind, scheint die schlichte Eleganz von Schwarz immer noch sehr beliebt zu sein. Wie stark bestimmte Ausstattungsmöglichkeiten nachgefragt werden, unterscheidet sich regional und nach Branche. „Hot & Cold“ ist, wie bereits angesprochen, vor allem in Asien ein Thema, auch wenn Europa langsam nachzieht. „Twin Milk“ kommt fast überall gut an, Unternehmen aus aller Welt sind interessiert. Um die Technologie auch für Kunden mit hohem Gästeaufkommen attraktiver zu machen, bieten wir ab nächstem Jahr auch einen grösseren Kühler an, der jeweils zehn Liter der beiden Milchsorten fasst. Eine Maschine mit drei Mühlen richtet sich zuletzt vor allem an Kunden, die ihren Gästen etwas Spezielles bieten möchten. Ausgefallene Single-Origin-Kaffees sind hier etwa geeignet. Allgemein zielen sämtliche Ausstattungsoptionen der Schaerer Coffee Soul Select darauf ab, mehr Getränkevielfalt für den Gast in höchster Qualität zu ermöglichen.

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